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Die Königin: Matriarchat nach Bienenart

Von Februar bis September legt die Königin bis zu 120.000 Eier, sie produziert davon täglich mehr als ihr eigenes Körpergewicht. Für Brutpflege bleibt da keine Zeit, auch nicht für selbständige Nahrungsaufnahme, zu der sie im Gegensatz zu den Drohnen durchaus fähig wäre. Die Königin wird von Arbeiterinnen umsorgt: sie wird geputzt, ihr Kot wird weg geschafft und sie wird mit Gelee Royale gefüttert. Ihr Hofstaat folgt der Königin auf Schritt und Tritt und nimmt dabei ständig Tuchfühlung auf. Sie können nicht anders. Schuld daran ist ein verführerischer Stoff, den die Königin ständig produziert. Diese Pheromone zwingen die Arbeiterinnen in die Geschlechtslosigkeit, sie verhindern die Entwicklung ihrer Eierstöcke. Die Königin ist somit das einzige weibliche sexuell voll entwickelte Tier und damit für den gesamten Nachwuchs zuständig. Ihr ist auch das längste Leben beschert, sie kann 4-5 Jahre alt werden.

 

Die Bienenkönigin



 

Essen à la carte

Maden, die einmal Arbeiterinnen werden sollen, bekommen nur während der ersten drei Tage puren Weiselfuttersaft, Gelee Royale genannt. Danach wird umgestellt: zukünftige Arbeiterinnen erhalten nur noch Blütenstaub und Honig. Königinnenmaden werden dagegen ausschließlich mit Gelee Royale gefüttert, das hat zur Folge, dass sie sich ganz anders entwickeln.

 

Königlicher Nachwuchs...

Fast ein Bienenjahr ist vergangen und ab Ende Mai wird es im Stock langsam eng. Alles bereitet sich zum Ausschwärmen vor. Baubienen haben bereits Weiselzellen angelegt, fingerhutgroße Brutzellen, aus denen später neue Königinnen schlüpfen werden. Die Königin bestiftet sie mit befruchteten Eiern, aus denen dann diejenigen Maden schlüpfen, die im Gegensatz zu zukünftigen Arbeiterinnen nur mit Gelee Royale gefüttert werden. Diese spezielle Fütterung bewirkt, dass diese Maden sich innerhalb von 16 Tagen zu Bienenköniginnen entwickeln, die deutlich größer als die Arbeiterinnen sind.

 

... Völkervermehrung durch Schwärmen

Sobald die jungen Königinnen schlupfreif sind, wandert die Königin mit einem Teil ihres Volkes, das können 50-90% des schwärmenden Volkes sein, aus, und sucht sich eine neue Bleibe. Ihre Nachfolge tritt eine ihrer Töchter an. Somit bedeutet Schwärmen für Bienen eine Form von Vermehrung: Junge, noch flugunfähige Bienen werden mit der Brut zurückgelassen. Und gründen mit der jungen Königin einen neuen Staat.

 

Geschwistermord


Die erste Jungkönigin, die es schafft sich aus ihrer Zelle zu befreien, macht sich sofort bemerkbar, indem sie durch Luftpressen und Flügelvibration einen markant hellen Ton erzeugt, „Tüten“, nennt das der Imker. Die noch verdeckelten Schwestern machen das ebenfalls, nur hört es sich aufgrund der Wände eher wie ein Quaken an. Weiter befreien können sie sich nicht, denn die neue Königin sticht als erstes ihre königlichen Schwestern ab. Die junge Königin sorgt dann dafür, das aus den Zurückgebliebenen schnell wieder ein starkes Volk wird. Sie wird sich als einzige beim Hochzeitsflug begatten lassen und mit dem Rest des Muttervolkes ein neues Volk gründen. Es macht also Sinn, dass die Natur ausgerechnet die Jungbienen zu Ammen macht.

Die alte Königin hängt sich mit ihrem Gefolge nicht weit vom Heimatstock an einen Ast, ein Dach oder andere geeignete Plätze. Dort warten sie darauf, dass die Spürbienen ein neues Quartier gefunden haben. Sie preisen es tanzend an und das Volk folgt ihnen in ihr neues Zuhause.

 

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