HomeWarenkunde HonigGeschichte des HonigsVon den Germanen bis zum Mittelalter

Honig - von den Germanen bis zum Mittelalter


Die Germanen verehrten Honig als Götterspeise, der Göttervater Odin seine Unsterblichkeit, Kraft und Weisheit verdankte. Untertanen mussten einen Teil ihrer Abgaben als Honigzins entrichten. Adlige verwendeten Honig als Ehrengabe für ihr Gefolge.

Die ursprünglichste Art an Honig zu gelangen ist die Waldbienenjagd. Die natürlichen Bienenwohnungen, hohle Äste und Baumstämme, wurden geplündert und dabei zerstört. Erst nach und nach lernte man sorgsamer mit ihnen umzugehen – die Anfänge einer kontrollierten Hausbienenhaltung entwickelten sich. Zeidler, so wurden damals die Waldimker genannt, konnten nur Männer werden – Frauen galten wegen ihrer Periode als unrein. Die Zeidler bildeten eine Vereinigung mit Rechten und Pflichten, ähnlich den später entstehenden Zünften. Sie kannten sogar eine eigene Gerichtsbarkeit. Dagegen war das theoretische Wissen über Bienen und Honigentstehung sehr lückenhaft und teilweise falsch. So hielt man die Königin für das einzige männliche Tier im Stock.

Einen großen Auftrieb bekam die Imkerei durch Karl den Großen: Er befahl, dass jeder Gutshof einen Imker und einen Metbauern, also einen Hersteller von Met (Honigwein), haben müsse. Zudem erließ er viele Gesetze zum Schutz der Imkerei. Auch die Kirche war ein eifriger Förderer der Bienenzucht, denn die Bienenstöcke lieferten das Wachs für die Kerzen.

Alternativen zu Honig als Süßungsmittel gab es lange nicht: Zucker aus Zuckerrohr kam erst ab dem späten Mittelalter nach Europa und war ein unerschwinglicher Luxus, den sich selbst Reiche und Fürsten nur selten leisten konnten. Erst im 19. Jh. gelang die Herstellung von Zucker aus Rübenzucker und mit dem vermehrten Anbau der Zuckerrübe wurde Zucker bezahlbar und löste Honig als Süßungsmittel ab – nicht aber als Genussmittel.

 

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