|
Bienen bevölkern schon seit 40-50 Millionen Jahren unseren Planeten, wie man aus Bernsteinfunden weiß. Den Menschen der Jetztzeit gibt es dagegen erst seit 200.000 Jahren und erst vor 40.000 Jahren entdeckte er Feuer und Honig. Danach dauerte es aber noch lange, bis der Mensch begann, Zeugnis davon abzulegen, dass er Honig sehr schätzte und dass er ihn den Bienen unter teilweise schwierigen Bedingungen raubte: Die ältesten Zeichnungen von Honigsammlern befinden sich in der Höhle von La Aranas in der Nähe von Valencia und stammen aus der Zeit um 7.000 v. Chr. Der Mensch machte „Beute“ – dies ist ein Begriff, der sich in der Imkersprache bis heute erhalten hat. Erst der Schritt vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern und Siedler ermöglichte es dem Menschen, diese erstaunlichen Tiere genauer zu beobachten und sich dann ihre natürlichen Verhaltensweisen zu Nutze zu machen. Die Biene wurde zum "Haustier".
Ausführliche Überlieferungen über Bienen und Honig kennen wir aus allen Hochkulturen der Antike. Bienen und ihre unerklärliche Fähigkeit zum „Honigmachen“ wurden bewundert und mystifiziert. Honig wurde verehrt, und genoss als Nahrungs-, Schönheits- und Heilmittel größte Wertschätzung. Honig diente als Opfergabe, als Grabbeigabe für die Reise ins Jenseits und wurde als Zahlungsmittel eingesetzt. Honig war selten, schwierig zu ernten und gehörte zu den begehrten süßen Lebensmitteln, denn Zucker gab es noch nicht. Er war somit wertvoll und Honigdiebe wurden streng bestraft. Für die Juden war Honig Symbol für Überfluss und Reichtum. Darum auch ihre Klage auf der Flucht aus Ägypten: „Ist’s zu wenig, dass Du uns aus dem Lande geführt hast, darin Milch und Honig fließt, dass Du uns tötest in der Wüste? Du musst auch noch über uns herrschen?“ (4. Moses 16,13).
| |